Die 14 Punk­te sind “Kriegsziele” (was sie durch einen Sieg für Woodrow erre­ichen woll­ten, war der “Welt­frieden” der USA). Es sollte Unter­stützung für das Engage­ment der USA im eige­nen Land und Unter­stützung für Woodrows Vision unter ver­bün­de­ten Ver­bün­de­ten gewin­nen. Die USA waren gezwun­gen, das Kriegsziel­d­oku­ment herzustellen, als die bolschewis­tis­che Partei in Rus­s­land geheime Doku­mente veröf­fentlichte, die die impe­ri­al­is­tis­chen Pläne einiger europäis­ch­er Län­der enthüll­ten, mit denen die USA ver­bün­det waren. Die USA schlossen sich dem Krieg im April 1917 an. Sie wird auch als Antwort auf Lenins “Friedens­dekret” kurz nach der Okto­ber­rev­o­lu­tion (1917) gese­hen, die einen sofor­ti­gen Rück­zug Rus­s­lands aus dem Ersten Weltkrieg vorschlug und ein sofor­tiges Ende des Krieges forderte. Die Deutschen hat­ten bis zum Schluss auf einen gemäßigten Ver­trag gehofft, der auf Ver­hand­lun­gen oder den ide­al­is­tis­chen Prinzip­i­en von Woodrow Wil­son beruhte. Wilsons Ideen, wie sie in sein­er Vierzehn-Punk­te-Rede vom Jan­u­ar 1918 zum Aus­druck gebracht wur­den, bein­hal­teten einen Völker­bund, ein Ende der Geheimdiplo­matie, die Frei­heit der Meere und eine Reduzierung der nationalen Rüs­tung. Er hoffte auch, die Gren­zen Europas neu zu gestal­ten, um den Nation­al­is­mus als Ursache inter­na­tionaler Kon­flik­te zu beseit­i­gen. Wil­son sah seine Vierzehn Punk­te als Grund­lage für den Auf­bau ein­er neuen Wel­tord­nung. Kri­tik­er sahen ihn hoff­nungs­los naiv gegenüber dem wahren Innen­leben der Welt.

Als der franzö­sis­che Pre­mier­min­is­ter Georges Clemenceau die Vierzehn Punk­te sah, witzelte er, dass Gott selb­st sich damit beg­nügte, der Men­schheit nur zehn zu geben. Noch wichtiger ist, dass die Briten Wilsons Pro­gramm als Bedro­hung ihrer eige­nen Macht in der Nachkriegswelt betra­chteten. Ein­fach aus­ge­drückt, es hat­te keinen Sinn, so hart zu kämpfen, um den Krieg zu gewin­nen, wenn der Sieg zu Wilsons Bedin­gun­gen kam. Im Okto­ber 1933, nach dem Auf­stieg Adolf Hitlers und der Grün­dung des Nazi-Regimes, zog sich Deutsch­land aus dem Völker­bund und der Weltabrüs­tungskon­ferenz zurück. Im März 1935 führte Deutsch­land die Wehrpflicht wieder ein, gefol­gt von einem offe­nen Aufrüs­tung­spro­gramm, der offiziellen Enthül­lung der Luft­waffe und unterze­ich­nete das anglo-deutsche Marine­abkom­men, das ein­er Ober­flächen­flotte 35 % der Größe der Roy­al Navy erlaubte. [196] [197] [198] Die daraus resul­tieren­den Aufrüs­tung­spro­gramme wur­den über einen Zeitraum von acht Jahren mit 35 Mil­liar­den Reichs­mark aus­ges­tat­tet. [199] Ewa Thomp­son weist darauf hin, dass der Ver­trag es zahlre­ichen Natio­nen in Mit­tel- und Osteu­ropa erlaubte, sich von der repres­siv­en deutschen Herrschaft zu befreien, eine Tat­sache, die von der west­lichen Geschichtss­chrei­bung oft ver­nach­läs­sigt wird und eher daran inter­essiert ist, den deutschen Stand­punkt zu ver­ste­hen. In Natio­nen, die sich durch den Ver­trag frei befan­den – wie Polen oder Tschechen – wird es als Sym­bol für die Anerken­nung von Unrecht gese­hen, das von ihren viel größeren aggres­siv­en Nach­barn gegen kleine Natio­nen began­gen wurde. [215] Er gab die 14 Punk­te mit dieser Aus­sage im Jan­u­ar 1918 an: “Das Pro­gramm des Welt­friedens ist also unser Pro­gramm; und dieses Pro­gramm, das einzig mögliche Pro­gramm, ist aus unser­er Sicht dieses:: Die vierzehn Punk­te wur­den am 1. Novem­ber 1918 von Frankre­ich und Ital­ien angenom­men. Großbri­tan­nien unterze­ich­nete später alle Punk­te außer der Frei­heit der Meere. Das Vere­inigte Kön­i­gre­ich wollte auch, dass Deutsch­land Repa­ra­tionszahlun­gen für den Krieg leis­ten sollte, und war der Ansicht, dass die Bedin­gung in die Vierzehn Punk­te aufgenom­men wer­den sollte.

Die Delegierten des Com­mon­wealth und der britis­chen Regierung hat­ten gemis­chte Gedanken über den Ver­trag, wobei einige die franzö­sis­che Poli­tik als gierig und rach­süchtig ansa­hen. [110] [111] Lloyd George und sein Pri­vat­sekretär Philip Kerr glaubten an den Ver­trag, obwohl sie auch glaubten, dass die Fran­zosen Europa in einem ständi­gen Aufruhr hal­ten wür­den, indem sie ver­sucht­en, den Ver­trag durchzuset­zen. [110] Der Delegierte Harold Nicol­son schrieb: “Machen wir einen guten Frieden?”, während Gen­er­al Jan Smuts (ein Mit­glied der südafrikanis­chen Del­e­ga­tion) vor der Unterze­ich­nung an Lloyd-George schrieb, dass der Ver­trag insta­bil sei und erk­lärte: “Sind wir in unseren nüchter­nen Sin­nen oder lei­den wir unter einem Granaten­schock? Was ist aus Wilsons 14 Punk­ten gewor­den?” Er wollte, dass die Deutschen nicht am “Punkt des Bajonetts” unter­schreiben. [112] [113] Smuts veröf­fentlichte eine Erk­lärung, in der er den Ver­trag verurteilte und bedauerte, dass die Ver­sprechen ein­er “neuen inter­na­tionalen Ord­nung und ein­er gerechteren, besseren Welt nicht in diesem Ver­trag geschrieben sind”.